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Koreanisches Mattpapier ist das Papier, das man auf nahezu jedem professionellen Blumenstrauß-Foto sieht – matte Oberfläche, dichter Farbauftrag, und es steht von allein. Genau deshalb wird es aber auch am häufigsten falsch verarbeitet: Die meisten Sträuße sehen deshalb nicht gut aus, weil beim Falten zu viel Papier im Weg ist, nicht weil zu wenig da wäre.
Was am Ende herauskommt
Nach dieser Anleitung können Sie einen Strauß mit einer klaren Spitze unten, drei bis fünf gleichmäßigen Falten und einem Haltepunkt verpacken, der sich nicht bewegt, wenn der Kunde den Strauß anhebt. Sie werden außerdem wissen, an welchen drei Stellen Anfänger immer scheitern – und was Sie stattdessen tun.
Warum dieses Papier anders ist
| Eigenschaft | Was das bedeutet | Was beim Verpacken passiert |
|---|---|---|
| Matte Beschichtung | Streut Licht statt zu spiegeln | Falten werfen weiche Schatten – Unregelmäßigkeiten sieht man deutlicher |
| Höheres Flächengewicht | Dicker und steifer als Geschenkpapier | Es hält die Falte von selbst – Sie brauchen weniger Klebeband, nicht mehr |
| Wasserabweisend | Nässe perlt ab | Ideal für nasse Stiele – es weicht nicht durch wie Kraftpapier |
| Beidseitig farbig | Keine “falsche” Seite | Offene Falten wirken wie eine zweite Farbschicht statt wie ein Fehler |
Material
| Straußdurchmesser | Benötigte Bogen | Bogengröße | Bandbreite |
|---|---|---|---|
| 15-20 cm (Anstecker, Mini) | 1/2 Bogen | 35×50 cm | 1 cm |
| 20-30 cm (Standard) | 1 Bogen | 58×58 cm | 2,5 cm |
| 30-40 cm (groß) | 1-2 Bogen | 58×58 cm | 2,5-4 cm |
| über 40 cm | 2-3 Bogen | 58×58 cm | 4 cm |
Besorgen Sie sich außerdem wasserfestes Mattpapier 58×58 cm, Satinband 2,5 cm, Floristik-Klebeband, eine scharfe Schere und ein wasserfestes Unterlagenpapier, falls der Strauß transportiert wird.
Vor dem Start: Konditionieren und der richtige Griff
Lassen Sie die Blumen vor dem Verpacken 30 bis 60 Minuten in lauwarmem Wasser mit Frischhaltemittel stehen. Ein frisch geschnittener Stiel trinkt durch eine offene Wunde – wer sofort verpackt, sitzt diese Luftblase fest. Entfernen Sie anschließend alle Blätter, die unterhalb des Haltepunkts landen würden; Blätter im Wasser faulen und die dabei entstehenden Bakterien verstopfen die Stiele.
Jetzt der Griff, der die meisten Probleme löst: Nehmen Sie die Stiele in die nicht dominante Hand, und zwar so, dass die Daumenbeuge genau auf dem späteren Haltepunkt liegt. Die dominante Hand bleibt für das Papier frei. Wer mit der dominanten Hand hält, hat keine Hand mehr zum Falten – deshalb sieht das Ergebnis bei Anfängern oft so aus, als hätte jemand das Papier nur drumgelegt.
Schritte
Schritt 1: Bogen diagonal hinlegen
Legen Sie einen Bogen als Raute vor sich hin, sodass eine Ecke zu Ihnen zeigt. Der Strauß kommt auf diese Diagonale – das erzeugt später automatisch die untere Spitze.
Schritt 2: Schräg anschneiden
Schneiden Sie die Stiele schräg an, etwa 2 cm vom unteren Ende. Bei Rosen entfernen Sie die Dornen, sonst halten Sie den Strauß später schief, um sich nicht zu stechen.
Schritt 3: Blumen zu einer Kuppel ordnen
Halten Sie die Blumen über die Tischkante und drehen Sie sie langsam. Es soll eine gleichmäßige Kuppel entstehen – kein Stiel, der herausragt, und kein Loch in der Mitte. Dieser Schritt entscheidet über das Endergebnis mehr als alle anderen.
Schritt 4: Mit Spirale weiterbauen
Fügen Sie Stiel für Stiel hinzu und drehen Sie den Strauß nach jedem Stiel leicht weiter. Alle Stiele müssen sich an genau einem Punkt kreuzen – das ist Ihr Haltepunkt.
Schritt 5: Haltepunkt mit Klebeband sichern
Wickeln Sie das Floristik-Klebeband drei- bis viermal straff um den Kreuzungspunkt. Ziehen Sie dabei wirklich fest.
Schritt 6: Festigkeit prüfen
Versuchen Sie, einen Finger zwischen die Stiele am Haltepunkt zu schieben. Geht das, einmal mehr wickeln. Ein loser Haltepunkt ist der Grund, warum Sträuße auseinandergehen, sobald der Kunde sie hochhebt.
Schritt 7: Temporäres Klebeband – der Trick für Einzelarbeit
Kleben Sie den Haltepunkt zunächst nur mit einem Streifen provisorisch fest, wenn Sie allein arbeiten. So haben Sie beide Hände frei, und können das endgültige Band setzen, sobald das Papier sitzt. Das ist der Schritt, an dem die meisten Anleitungen scheitern: Sie setzen voraus, dass jemand zupackt.
Schritt 8: Erste Seite einlegen
Fassen Sie die linke Papierseite und legen Sie sie straff über den Strauß, sodass eine gerade Kante von der Blüte bis zum Stielende entsteht. Halten Sie sie mit dem Daumen Ihrer Haltehand fest.
Schritt 9: Zweite Seite einlegen und Spitze formen
Legen Sie die rechte Seite darüber. Unten treffen sich beide Seiten zu einer Spitze – genau das unterscheidet einen professionellen Strauß von einem in Papier geschlagenen Bündel.
Schritt 10: Fächerfalten setzen
Fassen Sie das Papier etwa auf Halbpunkt-Höhe und legen Sie drei bis fünf Falten, alle gleich weit auseinander und in die gleiche Richtung. Halten Sie die gesetzte erste Falte mit dem Daumen fest, bevor Sie die nächste legen, sonst gehen alle wieder auf.
Schritt 11: In der Taille sammeln und mit Klebeband sichern
Drücken Sie das Papier am Haltepunkt zusammen und sichern Sie es mit Klebeband. Zwei Lagen reichen; mehr macht eine unförmige Wulst.
Schritt 12: Band binden und abschließende Prüfung
Binden Sie das Band über das Klebeband – nie darunter. Heben Sie den Strauß dann an den Stielen an und neigen Sie ihn leicht: Bewegt sich nichts einzeln, sondern der Strauß als Ganzes, sind Sie fertig.
Vier Prüfungen vor der Abgabe
- Spitze – Unten ist eine saubere Spitze zu sehen, keine offene Kante.
- Falten – Alle Falten zeigen in die gleiche Richtung und haben denselben Abstand.
- Haltepunkt – Kein Finger passt dazwischen.
- Kontrolle von oben – Von oben betrachtet ist eine geschlossene Kuppel zu sehen, kein Stiel sticht durch.
Fehlerbehebung
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Papier reißt an den Falten | Zu stark gezogen, oder zu dünnes Papier | Straff führen statt ziehen; höheres Flächengewicht verwenden |
| Unten keine Spitze | Strauß nicht auf der Diagonale platziert | Bogen neu ausrichten, Strauch mittig auf die Diagonale setzen |
| Falten halten nicht | Nicht nacheinander mit dem Daumen fixiert | Jede Falte einzeln fixieren, bevor die nächste kommt |
| Papier rutscht beim Binden weg | Haltepunkt nicht mit Klebeband gesichert | Zuerst kleben, dann das Band darüber |
| Unten wird es zu breit | Zu viel Papier im unteren Bereich | Untere Kanten enger zusammenführen, bevor gesammelt wird |
| Strauß fällt beim Anheben auseinander | Haltepunkt zu locker | Zwei Wicklungen mehr, dann erneut mit dem Finger prüfen |
| Falten stehen unregelmäßig | Beim Falten gedreht statt gelegt | Abstand vorher mit dem Auge einteilen, nicht abschätzen |
| Blätter schauen unten heraus | Nicht entfernt, weil sie zunächst unsichtbar waren | Alle Blätter unterhalb des Haltepunkts entfernen |
Ein Übungsplan, bis es sitzt
Üben Sie den Griff zehnmal ohne Papier: Stiele aufnehmen, Daumenbeuge auf den Haltepunkt, Spirale drehen. Danach zwanzig Schleifen an einem Stuhlbein – dadurch bekommt die Hand das Gefühl für gleichmäßigen Zug, ohne dass Papier verloren geht. Erst dann bauen Sie drei Sträuße hintereinander und vergleichen sie nebeneinander.
Nächster Schritt
Wer Cellophan bevorzugt oder Regenwetter erwartet: In unserer Anleitung zu Cellophan-Techniken geht es um transparente Varianten. Für den Versand schließt sich direkt unser Leitfaden für transportsicheres Verpacken an.
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